Wer eine Reise ins Ausland plant, darf die Vorsorge nicht vergessen. Je nach Reisezeit- und Ziel werden verschiedene Impfungen empfohlen, der Reisemediziner berät.

„Andere Länder, andere Infektionskrankheiten“, ist ein berühmtes Sprichwort in der Reisemedizin. Wer ins Ausland reist, muss auch das Immunsystem auf die Reise vorbereiten, denn in entfernten Destinationen sind Krankheiten häufig, die bei uns ausgerottet sind, oder aufgrund des Klimas gar nicht vorkommen. Dabei ist der Reisestil besonders wichtig: Wer einen All-Inclusive-Urlaub im Hotel plant, braucht eine andere reisemedizinische Vorbereitung als Abenteuer- oder Rucksacktouristen. Weil Immunisierungen Zeit brauchen, ist es wichtig sich rechtzeitig beraten zu lassen. Am besten sogar noch bevor eine Reise gebucht wird. So ist es im schlimmsten Fall möglich, die Pläne zu ändern, sollten sich besondere Gefahrensituationen ergeben. So wird schwangeren Frauen zum Beispiel von Reisen in manche Gebiete Südamerikas abgeraten. Grund ist das Zika-Virus.

Impfbare Krankheiten

Nicht allen Krankheiten kann durch eine Impfung vorgebeugt werden. Die in den Tropen häufige Malaria ist ein Beispiel. Auch gegen die mit Abstand häufigste Reisekrankheit – den Durchfall – gibt es keine Impfung. Hier müssen Reisende zu anderen Vorsorgemaßnahmen greifen. Wo eine Impfung möglich ist, entscheiden Reisende gemeinsam mit dem Reisemediziner, welche Impfungen gemacht werden. Generell kann man nicht sagen, welche Impfungen notwendig sind. Die Entscheidung ist je nach Gesundheitszustand, Alter, Reiseart und -Gebiet sehr individuell. Die Grafik gibt einen Überblick über die Verbreitung verschiedener Krankheiten und deren Auswirkungen. Je weiter links oben eine Krankheit in der Grafik aufscheint, desto eher ist eine Impfung empfohlen. Wenn ein Risikogebiet bereist wird.

Abbildung: Auswirkung und Verbreitung von Reisekrankheiten (nach Steffen et al. J Travel Med 2005; 12:26–35.)

Individuelle Beratung

Je nach Alter, Gesundheitszustand und vielen anderen Faktoren, sind andere Vorsorgemaßnahmen wichtig. Kinder haben andere Bedürfnisse, als ältere Reisende. Kleinkinder, die noch nicht alle Grundimmunisierungen des Österreichischen Impfplans erhalten haben, sollten manche Destinationen eher meiden. Auch Schwangere können prinzipiell einige Reiseimpfungen bekommen.

Beratung durch Fachleute

Die Reisemedizin ist eine Richtung der Medizin, in der viele verschiedene Wissenschaften eine Rolle spielen: Reisemediziner kennen sich mit dem Klima, der Geografie und der Epidemiologie aus. Sie sind können mit Impfstoffen umgehen, die im österreichischen Alltag nicht häufig eingesetzt werden. Deshalb sollen sich Reisende immer rechtzeitig von Fachleuten für Reisemedizin beraten lassen.